Geschichte der Optik

-Schon vor ca. 3000 Jahren gab es das Starstechen im alten Ägypten um die Erblindung zu vermeiden.

-Das Buch der Optik "Kitab al-Manazir" von Ibn al-Haytham formuliert ca. 1011 nach Christus erste Grundlegende physikalische Gesetze und bringt die Optik nach Europa.

-Im 13. Jahrhundert waren bereits Lesesteine (Lupen) aus Beryl unter Mönchen weit verbreitet und bereits erste Beryllen zum Tragen auf der Nase wurden in Italien gefertigt.

-Im 16. Jahrhundert wurde die Zerstreungslinse erfunden um erstmal Kurzsichtige in der Ferne zu korregieren.

-Der holländische Brillenmacher Hans Lipperhey reicht 1608 ein Patent ein, für das erste Fernrohr welches später von Galileo Galilei perfektioniert wurde.

-Im zweiten Weltkrieg  werden deutsche Ferngläser  mit der "Einfachen Tarnung" beschichtet, noch heute nutzen Augenoptiker im Fachjargon manchmal den Begriff ET anstelle von Entspiegelung.

-1959 wird das erste Gleitsichtglas in Frankreich hergestellt und ermöglicht erstmals stufenloses Sehen in allen Distanzen für altersweitsichtige Menschen.

-etwa 1960-1980 entwickelt sich die MKH Messung welche nicht nur Kurzsichtigkeit  oder Weitsichtigkeit korregiert sondern auch die Bilder auf den Netzhäuten synchronisiert und das sogenannte versteckte Schielen korregiert.  Das Handwerk der Optometrie  entsteht und somit ein deutlich angenehmeres Sehen. 

 

Warum benötigen manche Brillen eine Eingewöhnungs-zeit?

Jede Änderung des gewohnten Sehverhaltens stellt andere Anforderungen an die Augenmuskulatur und muss neu erlernt werden. Dies kann einige Minuten dauern in extremen Fällen auch einige Monate.

Was sind Gleitsichtgläser und warum vertragen manche Menschen diese Gläser nicht?

Bereits in der Mitte des Lebens beginnt die Zeit in der die Augen sich nicht mehr problemlos an verschiedene Sehentfernungen einstellen können. Anzeichen hierfür können Unschärfe sein, aber auch sogenannter Sehstress. Zur Korrektur benötigt man fortan zum Lesen und zum Fernschauen zwei verschiedene Sehstärken. Um nicht ständig mit zwei Brillen zu jonglieren gibt es Gleitsichtgläser. Bei diesen sitzt der Fernbereich im oberen Teil des Glases und der Nahbereich im unteren Teil.  Durch dieses Mehrstärkenprinzip kommt es im gesamten Randbereich zu Unschärfe oder Verzerrung. Man könnte dieses Sehverhalten auch als Schlüsselloch-Effekt bezeichnen. Vor allem wenn die Fernstärke eine für Sie ungewohnte Stärke darstellt kann dies subjektiv die Randeffekte verstärken und das Sichtfeld weiter einengen.  Es wird daher empfohlen insbesondere vor der ersten Gleitsichtbrille eine Fernkorrektur vorzunehmen, wenn eine bisher unkorregierte Fehlsichtigkeit besteht. Trotz idealer Vorbereitung stellen Gleitsichtgläser immer einen Kompromis dar. Die Kopf und Körperhaltung bleibt eingeschränkt was das Tragen von Gleitsichtgläsern in manchen Situationen beinnah unmöglich macht. Dazu zählt Überkopf-Arbeit, im Liegen Fernsehen oder Lesen, lange Computer Arbeit, Sportarten wie z.B. Gold oder Tennis. Deshalb empfiehlt es sich in den meisten Fällen Einstärkenbrillen als Ergänzung zu Gleitsicht zu tragen.

Wussten Sie schon...?

Wussten Sie schon dass 25% des Gehirnes eines Menschen nur mit der Verarbeitung visueller Informationen beschäftigt ist. Wen wundert es da, wenn häufige Kopfschmerzen, Schwindel, extreme Blendempfindlichkeit, schnelles Ermüden, beim Autofahren oder beim Lesen, Nachkenverspannungen, Probleme Distanzen einzuschätzen, Konzentrationsschwäche und Tollpatschigkeit durch die Augen verursacht werden.  Natürlich können sogenannte asthenopische Beschwerden auch medizinische Ursachen haben und sollten daher zuerst von medizinischer Seite aus abgeklärt werden. Wenn aber von medizinischer Seite aus alles in Ordnung ist und asthenopische Beschwerden dennoch vorliegen, könnte die Überprüfung ihrer Sehstärke zumindest eine Verbesserung erzielen. Für betroffene Menschen mit viel Leidensdruck vielleicht ein Versuch Wert.